Fixpoetry

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Text des Tages

Der Schnee

-    Elfzeiler –

Der Sohn der fremden Fremde,
Mann der Fremde, wohin!
Im Abgrund, in der Tiefe, lazurblau
Glimmt der Stern aus Funken...

Wilhelm Küchelbecker, OSSIAN (1835)

 

Bültenbewohner inmitten der Wolken,
Unbehauster der Honigwaben –
der Schnee, der Flieger zu Staub,
der seine Maschine verlor.

Warum hängst du, des nachts, am
Haken, am Karabiner aus Gold? –
Hast Taubenflügel bekommen,
so flieg doch, so schlaf ein
da im Irgendwo, in der Fremde,
in jemands Ofen aus Grün.

Das wars´; er verschwindet; du schweig.

(aus dem Russ. von Gregor Laschen und Olga Martynova)

Erschienen als Poetryletter 239 im Dezember 2012

Das Gedicht ist im Band In zwei Spiegeln im Verlag Jung und Jung Salzburg/Wien 2012 erschienen. Wir danken Autor und Verlag.

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