Fixpoetry

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Text des Tages

DIE EDENKOBENZIKADEN

Damit die Stille nicht zu hören wär’
Zwischen halb acht auf zehn,
erfand Gott Nähmaschinchen,
die Reben zu Trauben vernähn.

Aber ginge auch nur eine entzwei,
blieben alle stehn bis daß der Klempner kommt:
die Nadel hoch ringt sich Geknäuel,
und unten häuft sich Traube dicht an Traube.

Einmal in fünfzehn Jahren reißt jeder Faden.

(Irgendwo im August, Anfang September,
Geruch, weingeräuchert, regenversilbert).

Die Kerze ohne Regung, Licht läuft in die Ärmel.
Wolken machen sich schwer, werden ausgelassen.
Das ist Seine Stille. Dahinter – Donnern, nicht laut.
So redet Er, eigentlich.

Zwischen den Stöcken schnippt was, heißt: Klempner war da.

(aus dem Russ. von Gregor Laschen und Olga Martynova)

Bei Jung und Jung erschienen: Halbinsel Judatin, eine Besprechung zum Buch von Jan Kuhlbrodt

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