Fixpoetry

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Text des Tages

Amorphes Wachstum

Was ich von außen sah: Ich stand hinter dem Fenster. Und legte die Schablonen an. Das tat ich bei allen Türen. Wänden. Und Fenstern. Da gab es Symmetrien. Das ließ mich ruhiger werden. Dann stand ich lange an der Fensterbank. Und beobachtete die Ameisen, die ich mir dort hielt. In meinem Kopf prägte ich mir ihre Bahnen ein. Die sie liefen. Ich ging zu meiner Kommode. Es war schon dunkel im Raum. Als ich sie öffnete, hörte ich die Brandung. Aus dem Süden des Landes. Die langsam in ein Freizeichen überging. Ich stellte eine Verbindung her. In meinem Kopf. Und fragte die Kurse ab. Ich hatte gute Gewinne erzielt. Mit meinem Unternehmen. Das expandierte. Es ging zügig voran. Und ich würde die Ostküste bereits am nächsten Dienstag erreichen. Dann malte ich Quadrate. Auf den Fußboden. Setzte an. Löste die Schrauben. Und nahm die Festplatten heraus. Gleich werde ich durch nächtliche Straßen laufen. Bei meiner Rückkehr einen Spiegel zerschlagen. Dahinter wird sich ein Raum auftun. Angefüllt mit Vögeln. Vielen Vögeln. Es werden immer mehr. Jetzt, wo das Licht hier anders wird.

Aus: Unter Insekten, Edition Hammer + Veilchen 2016

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