Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

ein mögliches Land

mit klappstühlen wanderten wir in ein imaginäres land
du in deinen schritten und in dem imaginären gelbpullover
ich in meinen schritten
du warfst mir ein lächeln zu, so verschmitzt
wir ruhten in kleinen lächelblicken
zwei akazien nebeneinander wachsende
zwei araukarien, die den winter zusammen überstanden hatten

die führung war uns zu schnell, wir gingen noch einmal
jeder in seinen schritten
ich fand dich versunken in der mutter mit kind
wen suchtest du darin, sie oder dich ?
fand dich schimpfend bei der dunkeläugigen mit schlange
entzürnt über das bild der frauen
woanders verging sich ein elefant am fisch
wir lasen dem fisch aus den augen
er sei kind, sei mutter, sei frau

wir ruhten hände haltend wir
suchten, lasen, wir pioniere

die alte dame vor uns erzählte bildergeschichten laute
was davon fabuliert ? was tatsache ?
es kümmerte nicht, uns wanderer in ein imaginäres land

zogen in andere stockwerke, jahrhunderte
fürstin wolltest du sein
dein bild der frau war athene, waren göttinnen
ein hoffnungsland, humanistisches

du zogst in dein imaginäres land. ich zog mit
unsre kleinen lächelblicke, genossenblicke
elefanten zurücklassend

als wir das kurpfälzische museum verließen
fast allein
war das hoffnungsland möglich
alles war (uns) möglich
zwei araukarien hatten den winter überstanden

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