Fixpoetry

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Text des Tages

Gewogen und gedroschen

Aschewinter liegt und liegt in Starre auf Haut, auf Straβen.
Auf Straβenhaut. Die Ahnung einer Straβe. Eine Straβe
aus der Füβen Gewicht. Sie geht als Denkmal
von altblauen Falten. Sie geht und mit ihr
eine Wärme aus roten Strickwollen und mit ihr
stapft durch die Ahnung an eine Straβe -

Ein Frühling auf dem Helm gelben Tuchs.
Ach! Und das Sternverglühn eines Erkennens, wieder
und wieder. Vergessen Wir auch nicht - wer
noch mit ihr schreitet - Denkmal aller Lastenträger:
Wir - Langschnauze Maultier auf der Treue
vorgematschtem Eisgraus und Schlamms.

Es ist keine vorgematschte Wanderung, den
Frühling und Sommer im Winter. Den
Knisternd Auferstehungs-Ton von Flamme
und Fackel zu tragen. Kein gelbes Tuch.
Sie wird in der Ahnung einer Zuflucht beten,
Ja das wird sie. Die Milch wiegen

in der Krippe und auf sie Rot eindreschen.
Kräuter ohne Atem! Fels-und Höhenartisten,
ihr Steinclowns, ihr steinböckisch, störrisch
Ziegen! Eure Milch muss gewogen
und gedroschen werden. Süβer Höhenkraut.
Steinleere Abgrund (Sieh doch: Most !)

Sie haben die Schweife und Schnuppen eingeschmolzen.
Sie haben dem Kargen abgetrotzt ein Hühnenbestehn.
Sie haben die Opfer erbracht dem Innewohnen
von All und Leben - der montagne sacrée. Sie haben.
Eingeschmolzen und aufgehängt Teppiche und Kilims.
Im All.
Jenes- Schweifen und Schnuppen, lebend… Sterne
Zu den Sternen. Sie haben

Erschienen in: Jamsids Spiegelkelch, mit Illustrationen von Deniz Sarıçiçek, edition offenes feld, Dortmund 2019

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