Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

Peepshow der Sprache

Schon wieder Karfreitag.

Tausend Bilder fallen ins Licht.

Unmerklich fallengelassene Sprache.

Bis hin zum Gesichtsautomaten.

Paris, ich vermisse Dich.

Das alles hat doch Platz in deinem Körper, haucht Jane.

Ich schmeiße mein Tagebuch aus dem Fenster.

Der Raum wird zum leeren Aquarium.

Ich steige hinein.

So ein leeres Aquarium ist eine reine Gefahrzone.

Jane überlegt sich hinter einer Zigarette, ob sie trotzdem mitkommt. 

Der Unterschied zur Normalität besteht immer nur in der Dosis. 

Mann beißt Hund steht auf der Wand.

Deine Gitarre reißt kleine Risse in unsere Lungen.

Ich steige ins Aquarium. 

Für meine Peepshow der Sprache. 

Jane haucht an die Glaswand.

Ich steige tiefer ins Aquarium.

Ich werde zur stummen Schachfigur. 

Egal ob auf dem weißen oder schwarzen Brett.

Und meine Sprache läuft weiter über das Leuchtband. 

Das Bild von Mailand erhängt sich.

Ich möchte Eiswasser trinken.

Im Aquarium ist ein roter Tisch.

Ich schreibe jeden Tag.

Neubeginnendes Ende.

Jetzt.

AUS „MY NAKED HOUSE” von Sasha Rau

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