Text des Tages

Wach

Wach durch die Welt gehen wachen Auges und Ohres
und wachen Geistes wach geht es sich gut waches
Durchstreifen der Städte der Länder der Lichter die
kommen und gehen wie man selbst Durchqueren von
Lichtfeldern und Dunkelheitsbänken schattige Plätze
lösen die gleißende Sonne ab die sich eben noch sanft
rieb an den Häuserfassaden und wach durchströmt
die Wahrnehmung ihr Vergehen wach lebt es sich gut
ein wenig gefeiter ist man womöglich vor Trugbildern
doch was heißt eigentlich wach sein dieses wach sein
Hineinwachsen in diese Art von wach und beobachten
was passiert wie es sich geht denn es geht sich gut so
Du siehst so siehst Dinge die Dir sonst womöglich
verborgen blieben Reichtum des Kleinen des Riesendetails
das sich erhebt aus seiner kleinen Bleibe und erkannt
Dir geradewegs ins Gesicht blickt so wie Du da gerade
vorübergehst und innehältst denn auch das ist waches
Gehen stehen bleiben und betrachten wirken lassen
aufnehmen mitnehmen ziehen lassen wache Schnelle
in wacher Langsamkeit verquickt höchst erquickliches
Unterfangen Du gehst und lässt geschehen und so
kommt es dass die Insekten die die Kruste dieser
Erde aus nächster Nähe betasten zu Deinen Füßen
ersichtlich werden wie eine ungeheure Heerschar nie
gekannter Nachbarn und wie das Spinnennetz das
im Licht der blassen Sonne glitzert nach dem Regen
der Nacht und das noch dazu die Blütenstaude die es
umhüllt ins Geheimnisvolle entrückt sich sachte an Dir
emporzieht das Spinnennetz geradewegs in Deinen
Blick hinein wo es einen Moment verweilt bevor es
weiterzieht wach

Aus:  Paris heute…, Sujet Verlag, Bremen, 2012

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