Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

la ville entière
[max ernst, 1936/37]

 

eine heimat wie bestrahlte blaumilch in der garnichts schwimmt
kein gott, kein staat
überzogene allianz arena aus hochkulturellem als sockel
mutter hatte so einen schal in dem ich schwebte als kleiner

dieser art-berg ist telefonfrei
kein gerüst, kein bürgermeister
ist w-lan-los
kein internet

die stadt trägt fluch, die frische als holzschlag
sektenstadt, gottlos aber
keine metaphysik, kein urheber
besteht aus automatisch selbst gewähltem,
setzt sich aus einverstand zusammen
keine demokratie, jenseits

etwas wuchert im diesseits, kratzt
flankierende totale tierlosigkeit mit urwaldcharakter, -natur
in der stadt wird sich nicht mehr gewaschen
keine hygiene, nicht nötig
die stadt lebt keimfrei, der berg steht infektionsfrei

und es gibt einen mond doch er ist nicht zu sehen und
schelmische sounds stützen das licht
arkadische cocktails an der bar
es wird weiß getragen oder mintgrün
kein schwarz erlaubt, kein tod
wer hier verlässt fährt rolltreppe mit metatechnik
keine technik, zu alt
hier ist nur aufstieg möglich oder einstieg

es riecht wie diese blüten, die es dezent gibt
keine pracht, keine explosion
haven und harfen
kein hafen

 

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