Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Text des Tages

doppelsarg

gut sichtbare regentropfen
die gerne schneeflocken wären
verfangen sich sanft plätschernd im nebel
der kahlen bäume wie damals als großmutter
mir warmes essen nach draußen reichte damit
ich das spielen nicht unterbrechen brauchte
doch heute bin ich nicht mehr alleine und
einsam und wohlbehütet denn du hast mich
wiedergefunden und dein gesicht deine stimme
dein blick deine haut deine lebensfreude und alles
was mich an dir so berührt daß sich das wetter
in meinen augen verfängt wärmt meine seele
macht mich melancholisch und zu einer ganz
schlechten dichterin ich habe mir all diese großen
vokabeln verboten aber es IST liebe und dankbarkeit
und der verfluchte ersatz für das göttliche denn
wir werden nicht immer so zärtlich sein nein
der tod ist noch immer das einzige unvermeidbare
das uns irgendwann trennt - aber wen trennt es?
wer sind wir? im tode bleibt nichts! darum bin ich
der glücklichste UND der traurigste mensch den
die liebe je fand mein gehirn hat sich das urteilen
zwar abgewöhnt aber mein herz, ja mein herz:
das gehört dir. kannst du es spüren: mein
knöcherner händedruck soll es dir sagen,
wenn keine andere möglichkeit bleibt...

Mehr Bilder und Texte