Text des Tages

krater

                                                          für reina in der calle animas, havanna

manchmal ist der basalt unser vater
ruft anima aus dem apfel
fenster doch aus den erklärungen
am ende der nacht gibt es keine rückkehr
an den strand der liebenden
mein karst havanna sagst du
und suchst vergeblich
nach der karte die unsere inseln
verzeichnet anima fischt
aus dem trockenen bachbett galianos
ein zerschlissenes laken sie flüstert
unser leben besteht
aus geliehenen materialien

nur aus der ferne weißt du
leuchten die tücher
der dörflerinnen von chios
die fußspur der sonne wandert
mit meinem auge unterm lid
während unsere verlorenen briefe
aufschäumen an den schwarzen steinen
der bucht von mavra volia

anima hinter glas im café
schlingt sich das laken um die hüften
füttert ihre zeilen mit steinen
vergeblich warte ich am ende des sonnensegels
hatte ganz den auftrieb vergessen
im meer diese ungeheure
bewegtheit der lavawände
die schiffe kentern sagst du
aus dem alter
kehrt man nicht zurück

Aus: Anima Dialoge, ein Zyklus
Aktuell bespricht Matthias Fallenstein Udo Kawassers Kleine kubanische Grammatik bei uns.

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