Text des Tages

AUS DER EBENE

Für Elke Erb

Die Wahrscheinlichkeit der Alpen ist hoch.
Die Bergrücken warm vom Feuer, das Knick-Knack
macht, Kiesel zeugt zerriebenen Rauchs

überm elterlich warmen Haus. Ewig: Mutter,
tat dies, tat das. Vater mutatis. War vierzig, als sie
vierzig wurde, und als der Höhenflug vorbei, kam

der Honigpflug. Wenn man die Toten so sieht, schön
ist das nicht. Und selbst? Hamstert mich mein Leben
für Magerzeiten? Stopft sich jemand die Taschen,

die Backen voll, mich mit seiner Sprache aus?
Nehmen, mit denen ich Händchen hielt, nehmen
sich meine Augen die, sind die dann obenauf?

Legt sich von ihnen, wenn er Tiefe hat (endlich),
mein Mund, gefrorener Samt, Versprechern gleich,
Katzengezwitscher, legt sich eine von ihnen hinein,

und ob das was wiegt, was ich behalt für immer,
heimlich, paar Gedanken, schöne böse, mich?
Oder nimmt man mich ganz, und nichts bleibt?

Ich schlafe im Stehen. Waagerecht, hoch wächst
das Gras, die Vierbeiner scheinen zu kriechen, alle,
in ihrem Schiffsbauch Menschen, von jedem ein Paar.

Als Kind aber hatt‘ ich ein‘ göttlichen Willen
im Dunkeln
abgeschrieben.

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