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abend der partisanen | kebec

Wir sind begeistert von Quebec, aber Edward will es nicht malen, also fahren wir morgen weiter. (Josephine „Jo“ Verstille Hopper, geb. Nivison, in einem Brief vom 24. Juni 1933)

 

abend der partisanen
die nachbarn schlafen mit faltern

lautlos stößt das meer die tür auf
und schwemmt leguane ins zimmer
flugzeuge
halbwahrheiten
tommaso ist endlich eingeschlafen

ich schreibe wieder mit dem bleistift
ich esse wieder mit den fingern
ich liebe wieder junge mädchen

der held schlägt sich gegen die brust
noch ganz aufgewühlt von den wirren des krieges
aus dem er gerade zurückgekehrt ist

vom meer rufen stimmen
von den bergen rufen stimmen
vom fluss und aus den wäldern
den ebenen
den vorlanden schwebender städte
ich verwechsle schon ihre namen

elena!

öffne die fenster
lass die fledermausschreie ins haus
ich will sie begleiten
tanze zum fidelspiel

der mond nimmt dich in den arm
erdrückt dich mit seinem dicken bauch
der mond singt ein wiegenlied
für dein ungeborenes kind
in seinem licht zittert das gras

[abend der partisanen
die nachbarn schlafen mit faltern
im fließen der stille
wo der fluss enger wird]

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